Die seit längerem diskutierte mögliche Übernahme der Commerzbank durch die italienische UniCredit erreicht eine neue Phase. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat bei einem Treffen mit UniCredit-Chef Andrea Orcel Bedingungen formuliert, die aus deutscher Sicht bei einem möglichen Zusammenschluss berücksichtigt werden sollen.
Frankfurt und Mittelstand im Mittelpunkt
Nach den bekannt gewordenen Gesprächen soll die Commerzbank unter anderem ihren Börsenstandort und ihre Zentrale in Frankfurt behalten. Außerdem spielt ihre Rolle bei der Finanzierung deutscher mittelständischer Unternehmen eine wichtige Rolle.
Die Bundesregierung hält weiterhin einen Anteil an der Commerzbank. UniCredit hat ihre Beteiligung in den vergangenen Jahren dagegen deutlich ausgebaut.
Europäische Bankenlandschaft könnte sich verändern
Ein Zusammenschluss würde eine große grenzüberschreitende Bankengruppe in zwei der größten Volkswirtschaften der Eurozone schaffen. Befürworter einer stärkeren europäischen Bankenkonsolidierung sehen darin die Möglichkeit, größere Institute mit mehr internationaler Wettbewerbsfähigkeit zu schaffen.
Gleichzeitig bleiben Fragen zu Arbeitsplätzen, Unternehmensstruktur und Einfluss der bisherigen Anteilseigner offen. Weitere Gespräche sollen klären, unter welchen Bedingungen eine Transaktion überhaupt umgesetzt werden könnte.
